Hautpflege Vergleich 2026: Drogerie, Apotheke, Naturkosmetik oder Luxus – was Ihre Haut wirklich braucht

Wer heute vor dem Regal einer Drogerie, in der Apotheke oder im Onlineshop steht, hat die Wahl zwischen Hunderten von Cremes, Seren und Reinigungsprodukten. Die Preisspanne reicht von unter zwei Euro für 50 Milliliter bis zu mehreren hundert Euro für ein einziges Serum. Doch bedeutet teurer automatisch besser? Die aktuellen Untersuchungen von Stiftung Warentest und Öko-Test liefern darauf eine erstaunlich klare Antwort. In diesem Hautpflege Vergleich betrachten wir die vier großen Produktsegmente, die wichtigsten Wirkstoffe und die verschiedenen Produkttypen einer Pflegeroutine. Am Ende wissen Sie, welches Segment für Ihren Hauttyp und Ihr Budget die beste Wahl ist.

Warum ein Hautpflege Vergleich sinnvoll ist

Der deutsche Markt für Gesichtspflege ist einer der größten in Europa. Drogeriemärkte, Apotheken, Parfümerien und Onlinehändler wie amazon.de oder Preisvergleichsportale wie idealo.de bieten ein kaum überschaubares Sortiment. Die Marketingbotschaften klingen dabei fast überall gleich: strahlende Haut, weniger Falten, mehr Feuchtigkeit.

Unabhängige Tests zeigen jedoch ein anderes Bild. Bei der letzten großen Untersuchung von Gesichtscremes durch die Stiftung Warentest wurden Feuchtigkeitsversorgung, Anwendung, Hautgefühl, Deklaration und Verpackung bewertet. Das Ergebnis: Der Preis sagt wenig über die Qualität einer Creme aus. Eine Eigenmarke eines Discounters gehörte mit einem Preis von rund 1,65 Euro je 50 Milliliter zu den klaren Gewinnern im Verhältnis von Preis zu Leistung.

Öko-Test kommt aus einer anderen Richtung zum ähnlichen Schluss. In einer Untersuchung von 44 Gesichtscremes erhielten nur zehn Produkte die Note „sehr gut“. Kritisiert wurden vor allem umstrittene Inhaltsstoffe wie PEG-Derivate, bestimmte UV-Filter, Paraffine, Silikone und synthetische Polymere. Diese Problemstoffe fanden sich in allen Preisklassen.

Ein systematischer Vergleich lohnt sich also doppelt: Er spart Geld und schützt die Haut vor unnötigen Reizstoffen.

Die vier Segmente im Überblick

Für diesen Vergleich teilen wir den Markt in vier Kategorien, die sich in Preis, Vertriebsweg, Formulierungsphilosophie und Zielgruppe unterscheiden.

MerkmalDrogerie und DiscounterApothekenkosmetikZertifizierte NaturkosmetikLuxus und Premium
Preis Tagescreme (50 ml)ca. 1,50 – 12 €ca. 12 – 35 €ca. 8 – 30 €ca. 40 – 200 €
Preis Serum (30 ml)ca. 5 – 20 €ca. 20 – 60 €ca. 15 – 45 €ca. 60 – 250 €
Preis pro 100 ml (Creme)ca. 3 – 25 €ca. 25 – 70 €ca. 16 – 60 €ca. 80 – 400 €
VertriebDrogerie, Discounter, OnlineApotheke, Online-ApothekeBioläden, Drogerie, OnlineParfümerie, Kaufhaus, Online
Duftstoffehäufigmeist parfümfreinatürliche ätherische Ölehäufig, oft intensiv
Wirkstoffkonzentrationniedrig bis mittelmittel bis hoch, oft deklariertmittel, pflanzlichmittel bis hoch
Dermatologische TeststeilweiseStandardteilweiseteilweise
VerpackungTiegel, Tube, SpenderTube, Airless-SpenderGlas, TubeTiegel, Glas

Die Preisangaben sind Spannen, die sich aus den aktuellen Angeboten deutscher Händler ergeben. Bei Online-Apotheken reichen die Literpreise dermatologischer Pflegeprodukte beispielsweise von rund 77 Euro bis über 640 Euro, was 7,70 bis 64 Euro pro 100 Milliliter entspricht. Im Premiumbereich erreichen einzelne Antioxidantien-Seren Literpreise von über 6.000 Euro, also rund 600 Euro pro 100 Milliliter.

Segment 1: Drogerie und Discounter

Was Sie erwartet

Drogeriemarken und Eigenmarken großer Handelsketten bilden das Massensegment. Die Produkte werden in enormen Stückzahlen hergestellt, was die Preise drückt. In den vergangenen Jahren hat sich das Segment stark professionalisiert: Wirkstoffe wie Hyaluronsäure, Niacinamid und sogar Retinol, die früher teuren Marken vorbehalten waren, sind heute für unter zehn Euro erhältlich.

Typische Kennzahlen

  • Tagescreme mit Lichtschutzfaktor: 50 ml für 2 bis 10 Euro
  • Feuchtigkeitsserum mit Hyaluronsäure: 30 ml für 4 bis 15 Euro
  • Reinigungsgel: 150 bis 200 ml für 2 bis 6 Euro
  • Sonnenschutz fürs Gesicht: 50 ml für 5 bis 12 Euro

Vorteile

  • Unschlagbares Preis-Leistungs-Verhältnis. Die Testergebnisse der Stiftung Warentest belegen, dass günstige Cremes bei der Feuchtigkeitsversorgung mit teuren Produkten mithalten.
  • Breite Verfügbarkeit. Nachkauf ist jederzeit ohne Versandkosten möglich.
  • Große Auswahl an Wirkstoffprodukten. Viele Drogeriemarken bieten inzwischen Seren mit deklarierten Konzentrationen an.
  • Geringes finanzielles Risiko beim Ausprobieren. Wer ein Produkt nicht verträgt, verliert wenig Geld.

Nachteile

  • Häufig parfümiert. Duftstoffe sind eine der häufigsten Ursachen für Kontaktallergien. Öko-Test bemängelt zudem regelmäßig Paraffine und Silikone in Drogerieprodukten.
  • Schwankende Qualität innerhalb einer Marke. Nicht jede Produktlinie ist gleich gut formuliert.
  • Wenig Beratung. Im Selbstbedienungsregal fehlt die fachliche Einordnung.
  • Weniger Fokus auf empfindliche Haut. Spezialprodukte für Neurodermitis oder Rosazea sind seltener.

Für wen geeignet

Normale, Misch- und leicht trockene Haut ohne besondere Empfindlichkeiten. Einsteiger, die eine Grundroutine aufbauen möchten, und alle, die ein begrenztes Budget haben.

Segment 2: Apothekenkosmetik

Was Sie erwartet

Apothekenkosmetik, oft als dermatologische Hautpflege bezeichnet, positioniert sich zwischen Drogerie und Luxus. Die Marken arbeiten eng mit Hautärzten zusammen, formulieren meist parfümfrei und verzichten auf bekannte Reizstoffe. Viele Produkte sind auf konkrete Hautprobleme ausgerichtet: Akne, Rosazea, Neurodermitis, Hyperpigmentierung oder gestörte Hautbarriere.

Typische Kennzahlen

  • Feuchtigkeitscreme für trockene Haut: 50 ml für 12 bis 25 Euro
  • Barrierepflege mit Ceramiden: 50 ml für 15 bis 30 Euro
  • Retinol- oder Retinal-Serum: 30 ml für 25 bis 55 Euro
  • Sonnenschutz mit LSF 50+: 50 ml für 12 bis 22 Euro

Vorteile

  • Verträglichkeit als Grundprinzip. Parfümfreie Formulierungen mit reduzierter Inhaltsstoffliste senken das Allergierisiko deutlich.
  • Transparente Wirkstoffangaben. Konzentrationen von Urea, Niacinamid oder Retinol sind meist auf der Packung deklariert.
  • Fachliche Beratung. Apothekenpersonal kann Produkte auf Hauterkrankungen abstimmen.
  • Klinische Nachweise. Viele Hersteller lassen ihre Produkte in Studien mit Patienten testen.

Nachteile

  • Höherer Preis. Pro 100 Milliliter zahlen Sie das Zwei- bis Fünffache einer Drogeriecreme.
  • Nüchterne Texturen. Wer luxuriöses Hautgefühl und Duft sucht, wird selten fündig.
  • Überschneidungen mit der Drogerie. Einige Wirkstoffprodukte gibt es in vergleichbarer Qualität deutlich günstiger.
  • Apothekenpreise variieren stark. Ein Preisvergleich über idealo.de oder Online-Apotheken lohnt sich fast immer.

Für wen geeignet

Empfindliche, allergieanfällige und erkrankte Haut. Menschen mit Akne, Rosazea oder Neurodermitis, die auf Verträglichkeit angewiesen sind, sowie alle, die gezielte Wirkstoffbehandlungen mit deklarierten Konzentrationen wünschen.

Segment 3: Zertifizierte Naturkosmetik

Was Sie erwartet

Naturkosmetik mit anerkannten Siegeln verzichtet auf Mineralölprodukte, Silikone, synthetische Duftstoffe und viele Konservierungsstoffe. Stattdessen setzen die Hersteller auf Pflanzenöle, Extrakte, Wachse und ätherische Öle. Das Segment wächst seit Jahren stark und ist heute sowohl in Bioläden als auch in Drogerien vertreten.

Typische Kennzahlen

  • Tagescreme: 30 bis 50 ml für 8 bis 30 Euro
  • Gesichtsöl: 30 ml für 12 bis 40 Euro
  • Reinigungsmilch: 100 bis 150 ml für 6 bis 18 Euro
  • Mineralischer Sonnenschutz: 50 ml für 12 bis 25 Euro

Vorteile

  • Frei von Paraffinen und Silikonen. Genau die Stoffgruppen, die Öko-Test in konventionellen Produkten regelmäßig bemängelt, fehlen hier per Definition.
  • Gute Bewertungen bei Öko-Test. Zertifizierte Naturkosmetik erreicht in den Tests überdurchschnittlich oft die Note „sehr gut“.
  • Nachhaltigkeit. Biologischer Anbau, recycelbare Verpackungen und oft regionale Herstellung.
  • Reichhaltige Pflege für trockene Haut. Pflanzenöle liefern Lipide, die die Hautbarriere stärken.

Nachteile

  • Ätherische Öle können reizen. Natürliche Duftstoffe wie Limonen oder Linalool sind Allergene und müssen deklariert werden. Für sehr empfindliche Haut ist „natürlich“ nicht gleichbedeutend mit „verträglich“.
  • Begrenzte Wirkstoffpalette. Retinol, chemische Peelings in hoher Konzentration oder stabilisiertes Vitamin C sind in Naturkosmetik selten oder nur in milder Form verfügbar.
  • Weniger für fettige Haut. Reichhaltige Öle können bei unreiner Haut Poren verstopfen.
  • Kürzere Haltbarkeit. Ohne synthetische Konservierung sollten geöffnete Produkte zügig aufgebraucht werden.

Für wen geeignet

Normale bis trockene Haut ohne Duftstoffallergie. Menschen, denen Nachhaltigkeit und ein möglichst natürlicher Ansatz wichtig sind und die keine hochkonzentrierten Wirkstoffe benötigen.

Segment 4: Luxus und Premium

Was Sie erwartet

Das Luxussegment verkauft neben der Pflege ein Erlebnis: aufwendige Verpackungen, edle Texturen, exklusive Düfte und patentierte Wirkstoffkomplexe. Verkauft wird in Parfümerien, Kaufhäusern und über die Onlineshops der Marken. Einige Premiummarken aus dem dermatologischen Bereich verzichten auf Duft und setzen auf hochkonzentrierte, wissenschaftlich untersuchte Formulierungen.

Typische Kennzahlen

  • Tagescreme: 50 ml für 40 bis 200 Euro
  • Antioxidantien-Serum: 30 ml für 60 bis 180 Euro
  • Augencreme: 15 ml für 35 bis 120 Euro
  • Nachtcreme: 50 ml für 50 bis 300 Euro

Vorteile

  • Sinnliches Erlebnis. Texturen und Düfte sind auf maximales Wohlgefühl ausgelegt.
  • Teilweise sehr hochwertige Wirkstoffe. Stabilisierte Vitamin-C-Formulierungen oder Peptidkomplexe mit Studiendaten finden sich hier.
  • Umfangreicher Service. Beratung, Proben und Hautanalysen in der Parfümerie.
  • Konsistente Qualität. Große Konzerne investieren viel in Stabilität und Sicherheit der Formulierungen.

Nachteile

  • Preis ohne nachweisbaren Zusatznutzen. Die Stiftung Warentest fand keinen Zusammenhang zwischen Preis und Feuchtigkeitsleistung. Ein Großteil des Preises entfällt auf Marketing und Verpackung.
  • Häufig stark parfümiert. Für empfindliche Haut ungeeignet.
  • Tiegelverpackungen. Sie sind weniger hygienisch und lassen empfindliche Wirkstoffe schneller zerfallen.
  • Öko-Test findet auch hier Problemstoffe. Silikone, Paraffine und PEG-Derivate sind in Luxusprodukten keineswegs selten.

Für wen geeignet

Wer sich Pflege als Ritual gönnen möchte und das Budget hat. Bei einzelnen wissenschaftlich orientierten Premiummarken kann sich der Aufpreis für hochkonzentrierte Antioxidantien lohnen, sofern man die Produkte vollständig aufbraucht.

Wirkstoffe im Vergleich: Was wirklich hilft

Unabhängig vom Segment entscheiden die Wirkstoffe über den Erfolg einer Pflegeroutine. Die folgenden fünf gelten als am besten untersucht.

WirkstoffHauptwirkungEmpfohlene KonzentrationVerträglichkeitPreisniveauBeste Tageszeit
HyaluronsäureFeuchtigkeit, praller Teint0,1 – 2 %sehr gutgünstigmorgens und abends
NiacinamidHautbarriere, Rötungen, Poren2 – 5 %sehr gutgünstigmorgens und abends
Vitamin CAntioxidans, Aufhellung, Kollagen10 – 20 % (Ascorbinsäure)mittelmittel bis hochmorgens
RetinolZellerneuerung, Falten, Pigmentflecken0,1 – 0,5 %eingeschränktmittelabends
CeramideBarrierereparatur, Schutznicht standardisiertsehr gutmittelmorgens und abends

Hyaluronsäure

Hyaluronsäure bindet Wasser und sorgt für ein pralleres Hautgefühl. Sie wirkt vor allem an der Oberfläche und ist ein reiner Feuchtigkeitsspender. Für die Wirkung ist keine hohe Konzentration nötig, weshalb Drogerieprodukte hier vollkommen ausreichen. Wichtig ist, die Hyaluronsäure auf feuchter Haut aufzutragen und mit einer Creme abzuschließen, damit die Feuchtigkeit nicht verdunstet.

Niacinamid

Niacinamid gilt als Allrounder: Es stärkt die Hautbarriere, mildert Rötungen und Unreinheiten und lässt das Hautbild ausgeglichener wirken. Konzentrationen von zwei bis fünf Prozent reichen aus. Höhere Dosierungen um zehn Prozent bringen keinen belegten Zusatznutzen und können bei empfindlicher Haut Rötungen auslösen. Niacinamid ist in allen Segmenten verfügbar, die Preisunterschiede sind bei diesem Wirkstoff kaum zu rechtfertigen.

Vitamin C

Vitamin C schützt als Antioxidans vor Umwelteinflüssen und regt die Kollagenproduktion an. Die reine Form, Ascorbinsäure, ist am besten untersucht, aber instabil und säurehaltig. Hier hat das Premiumsegment einen tatsächlichen Vorsprung: Stabile Formulierungen mit niedrigem pH-Wert und lichtdichter Verpackung sind aufwendig herzustellen. Günstigere Alternativen nutzen Vitamin-C-Derivate, die milder, aber auch schwächer wirken.

Retinol

Retinol fördert die Zellerneuerung und reduziert nachweislich feine Linien, Falten und Pigmentflecken. Es ist der am besten belegte Anti-Aging-Wirkstoff überhaupt. Gleichzeitig kann Retinol anfangs Rötungen, Schuppung und Trockenheit auslösen. Einsteiger beginnen mit niedrigen Konzentrationen zwei- bis dreimal pro Woche. Retinol wird nur abends verwendet und erfordert tagsüber konsequenten Sonnenschutz. Apothekenkosmetik und wissenschaftlich ausgerichtete Drogeriemarken bieten hier deklarierte Konzentrationen zu fairen Preisen.

Ceramide

Ceramide sind hauteigene Lipide, die die Barriere abdichten. Sie sind besonders für trockene, gereizte und zu Neurodermitis neigende Haut relevant. Apothekenkosmetik hat hier die größte Auswahl an Barrierecremes.

Wirkstoffe kombinieren

Retinol und Niacinamid ergänzen sich gut, weil Niacinamid die Reizung des Retinols abmildert. Vitamin C und Niacinamid können ebenfalls zusammen verwendet werden, was sich vor allem bei Pigmentflecken bewährt. Vitamin C und Retinol trennt man am besten auf morgens und abends. Chemische Peelings mit AHA oder BHA sollten nicht am selben Abend wie Retinol aufgetragen werden.

Produkttypen im Vergleich: Welche Schritte braucht eine Routine?

Neben der Frage nach dem Segment stellt sich die Frage nach dem Aufbau der Routine. Nicht jeder Schritt ist für jede Haut notwendig.

ProdukttypNotwendigkeitPreisrahmen (Drogerie bis Premium)Hinweis
Reinigungunverzichtbar2 – 45 €mild, pH-hautneutral, ohne Duft
Toneroptional3 – 60 €nur sinnvoll, wenn wirkstoffhaltig
Serumempfehlenswert5 – 250 €hier lohnt gezielte Wirkstoffauswahl
Augencremeoptional4 – 120 €meist identisch mit Gesichtscreme
Tagescremeunverzichtbar1,50 – 200 €Feuchtigkeit und Schutz
Sonnenschutzunverzichtbar5 – 60 €LSF 30 bis 50+, täglich
Nachtcremeoptional3 – 300 €reichhaltigere Tagescreme genügt oft
Peelingoptional5 – 90 €ein- bis zweimal wöchentlich

Die Minimalroutine

Wer nur drei Produkte kaufen möchte, wählt eine milde Reinigung, eine Feuchtigkeitscreme und einen Sonnenschutz mit Lichtschutzfaktor 30 oder höher. Alle drei sind in der Drogerie in guter Qualität für zusammen unter 20 Euro erhältlich. Diese Basis leistet mehr für die Hautgesundheit als jedes noch so teure Serum, das ohne Sonnenschutz verwendet wird.

Die erweiterte Routine

Wer gezielt an Falten, Pigmentflecken oder Unreinheiten arbeiten möchte, ergänzt morgens ein Antioxidantien-Serum und abends ein Retinol-Produkt. Hier lohnt es sich, in gut formulierte Produkte mit deklarierten Konzentrationen zu investieren, bevorzugt aus der Apothekenkosmetik oder von wirkstofforientierten Marken.

Sonnenschutz: Der unterschätzte Vergleichsfaktor

Kein anderer Pflegeschritt ist so gut belegt wie der tägliche Sonnenschutz. UV-Strahlung verursacht den Großteil der sichtbaren Hautalterung und ist der wichtigste Risikofaktor für Hautkrebs. Trotzdem wird Sonnenschutz in Pflegeroutinen oft vernachlässigt oder durch eine Tagescreme mit niedrigem Lichtschutzfaktor ersetzt.

Öko-Test kritisiert in seinen Untersuchungen wiederholt bestimmte chemische UV-Filter. Ethylhexylmethoxycinnamat und Octocrylen stehen im Verdacht, hormonell wirksam zu sein, wobei die Hinweise aus Tier- und Zellversuchen stammen. Wer diese Filter vermeiden möchte, greift zu Produkten mit neueren chemischen Filtern oder zu mineralischem Sonnenschutz mit Zinkoxid und Titandioxid. Letzterer ist typisch für Naturkosmetik, hinterlässt aber häufig einen weißlichen Film.

Für den Preisvergleich gilt: Ein guter Sonnenschutz kostet in der Drogerie zwischen 5 und 12 Euro pro 50 Milliliter, in der Apotheke 12 bis 22 Euro. Da täglich eine ausreichende Menge aufgetragen werden muss, ist der Preis pro Milliliter hier wichtiger als bei jedem anderen Produkt.

Verpackung und Haltbarkeit

Ein oft übersehener Vergleichsfaktor ist die Verpackung. Tiegel, in die man mit den Fingern greift, sind weniger hygienisch und setzen den Inhalt Luft und Licht aus. Wirkstoffe wie Vitamin C oder Retinol verlieren dadurch schneller ihre Wirkung. Airless-Spender und Tuben schützen die Formulierung besser. Apothekenkosmetik setzt fast durchgängig auf solche Verpackungen, während im Luxussegment der Tiegel aus optischen Gründen dominiert.

Die Stiftung Warentest bezieht die Verpackung ausdrücklich in ihre Bewertung ein, einschließlich der Frage, ob die Verpackung mehr Inhalt vortäuscht, als tatsächlich enthalten ist.

Vergleich nach Hauttyp

Trockene Haut

Trockene Haut braucht Lipide und Feuchthaltefaktoren. Reichhaltige Cremes mit Ceramiden, Urea oder Pflanzenölen sind ideal. Apothekenkosmetik und Naturkosmetik sind hier gleichermaßen stark. Drogerieprodukte mit Urea bieten ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.

Fettige und unreine Haut

Leichte, ölfreie Texturen mit Niacinamid und Salicylsäure sind die richtige Wahl. Reichhaltige Naturkosmetik ist eher ungeeignet. Drogerie und Apotheke bieten passende Produkte in allen Preisklassen.

Empfindliche Haut

Parfümfreie Produkte mit kurzer Inhaltsstoffliste sind Pflicht. Apothekenkosmetik ist hier das Segment der Wahl. Von stark duftenden Luxusprodukten und von Naturkosmetik mit ätherischen Ölen ist abzuraten.

Reife Haut

Retinol, Vitamin C, Peptide und konsequenter Sonnenschutz bilden die Basis. Gute Formulierungen gibt es in Apothekenkosmetik und bei wissenschaftlich orientierten Drogeriemarken. Das Luxussegment liefert bei stabilisiertem Vitamin C teilweise einen echten Mehrwert.

Mischhaut

Leichte Feuchtigkeitscremes und gezielte Seren für die T-Zone reichen aus. Drogerieprodukte decken diesen Bedarf vollständig ab.

Zusammenfassung: Vor- und Nachteile auf einen Blick

SegmentGrößter VorteilGrößter NachteilPreis-Leistung
Drogerie und Discounterextrem günstig, gute FeuchtigkeitsleistungDuftstoffe, Silikone, Paraffinesehr gut
ApothekenkosmetikVerträglichkeit, deklarierte Wirkstoffehöherer Preisgut
Naturkosmetikfrei von Erdölprodukten, nachhaltigätherische Öle, begrenzte Wirkstoffegut
Luxus und PremiumErlebnis, teilweise hochwertige AntioxidantienPreis ohne belegten Zusatznutzenschwach

Fazit: Welches Segment gewinnt den Hautpflege Vergleich?

Der Vergleich zeigt ein klares Bild, das die unabhängigen Tests von Stiftung Warentest und Öko-Test bestätigen: Der Preis ist kein verlässlicher Indikator für Qualität. Eine gut formulierte Drogeriecreme versorgt die Haut ebenso zuverlässig mit Feuchtigkeit wie ein Produkt für das Zwanzigfache des Preises.

Für die meisten Menschen ist deshalb eine Kombination die beste Strategie:

  1. Grundpflege aus der Drogerie. Reinigung, Feuchtigkeitscreme und Sonnenschutz kaufen Sie am besten günstig, achten aber auf parfümfreie Varianten und meiden Produkte mit Paraffinen und Silikonen an prominenter Stelle der Inhaltsstoffliste.
  2. Wirkstoffe gezielt aus der Apotheke oder von wirkstofforientierten Marken. Bei Retinol, Vitamin C und Barrierepflege zahlt sich die Investition in deklarierte Konzentrationen und stabile Verpackungen aus.
  3. Naturkosmetik, wenn Nachhaltigkeit im Vordergrund steht und die Haut ätherische Öle verträgt.
  4. Luxusprodukte als bewusster Genuss, nicht als Notwendigkeit. Wer sich das Ritual leisten möchte, sollte auf duftfreie, wissenschaftlich fundierte Premiummarken achten, um wenigstens einen Teil des Aufpreises in Wirkung umzusetzen.

Der wichtigste Ratschlag aus diesem Hautpflege Vergleich kostet nichts: Weniger ist mehr. Eine kurze, konsequent angewandte Routine mit Sonnenschutz schlägt jede Sammlung teurer Tiegel, die halb aufgebraucht im Badezimmerschrank altern. Vergleichen Sie Preise pro 100 Milliliter über Portale wie idealo.de, lesen Sie die Inhaltsstoffliste statt der Werbung und geben Sie neuen Produkten mindestens acht Wochen Zeit, bevor Sie urteilen. So finden Sie die Pflege, die zu Ihrer Haut passt, und nicht die, die am lautesten beworben wird.

Quellen und weiterführende Informationen: